MAGLOR
Maglor
- Rufname
- Canafinwë (Quenya)
- Vatername
- Canafinwë (Gebieter-Finwë, Finwë mit lauter Stimme) (DgEB S. 291, dort fehlerhaft als Muttername geführt)
- Kurzform
- Cáno (DgEB S. 292)
- Muttername
- Macalaurë (Quenya) * ("Goldenschmied, auf den goldenen Klang seiner Harfe bezogen") (DgEB S. 345)
- auf Sindarin
- Maglor ('Schmied des goldenen Lichts') (DgEB S. 538)
- hauslos
- ab Ende des Ersten Zeitalters der Sonne
- Wohnstätte
- anfangs Unsterbliche Lande
- bis EZ 455 Maglors Lücke
- bis EZ 471 bei Maedhros in Himring
- ab EZ 472 in den Wäldern von Ossiriand
- seit Ende EZ: Mandos' Hallen
- Blut
- 100% Noldo
- Vater
- Großeltern väterlicherseits
- Großvater Finwë
- Großmutter Míriel
- Mutter
- Großeltern mütterlicherseits
- Geschwister
- Maedhros (älterer Bruder)
- Jüngere Brüder: Celegorm, Caranthir, Curufin, Amrod, Amras
- Sonstiges (SIL S. 108 ff)
- hat Fëanors Eid geleistet
- ist ihm in die Verbannung (aus Tirion) gefolgt
- ist ihm nach Mittelerde gefolgt
- fällt unter Mandos' Fluch
Auf einen Blick
Die Infobox zeigt die Darstellung des Charakters in der Blutschuld-Reihe. Sie gibt den Wissensstand über diesen Charakter aus den bislang veröffentlichten Fanfiktions wieder. Eine Aktualisierung erfolgt also mit jedem neuen Blutschuld-Band.
Rolle in Ein Schimmer Hoffnung
Macalaurë (Noldo / zweiter Sohn von Feanor und Nerdanel), in Mittelerde und im Silmarillion bekannt als Maglor
aus "Mutterherz" „Macalaurë.“ Meine Lippen flüstern, was mein Herz längst weiß. Was Vater heute Morgen bereits andeutete, als er heimgekehrt war und er mir, die ich schon so lange darauf gewartet hatte, endlich von meinen Söhnen berichten konnte. Nur von Macalaurë nicht. Er war der einzige, dessen Fëa er nicht in den Hallen der Erwartung verspürt hatte. „Doch war da schon Námos Ruf nach ihm zu vernehmen“, erinnerte sich Vater, „leise nur, nicht fordernd, kaum einer Bitte gleich, die Andeutung einer Möglichkeit allenfalls.“ Ich aber wollte aus seinen Worten nur hören, dass wenigstens einer meiner Söhne das aus ihres Vaters Wahnsinn erwachsene Verhängnis überlebt hat. Dass dies am Ende ausgerechnet Macalaurë beschieden sein sollte, schien mir, trotz seiner schlimmen Verfehlungen, in gewisser Weise gerechtfertigt. Hatte von all meinen Söhnen nicht er das gemäßigste Gemüt und die feinsinnigste Künstlernatur? Hatte einst nicht er sogar die Valar so oft bezaubert mit der erlesenen Dichtkunst seiner Verse und dem goldenen Klang von Stimme und Harfe? Doch nun hat als letzten von Fëanáros Söhnen auch ihn Mandos’ Fluch ereilt. Alles hatte er überstanden, alle Fahrten, alle Schlachten, alle Niederlagen, alles Wüten und Morden, zuletzt sogar den Krieg des Zorns. Alles hatte er hinter sich gelassen, die Heimat, das Segensreich, das Wohlwollen der Valar, die Reinheit seines Herzens – und Eonwës gütige Weisheit, die ihn und den Bruder unbehelligt ziehen ließ mitsamt ihrem so teuer errungenen Raubgut, den letzten beiden Silmarilli*. Womöglich mag ihm das Gelingen ihrer Flucht aus Eonwës Lager anfangs noch als unverhofft glücklicher Ausgang erschienen sein, als verdienter Lohn gar für die Mühsal und Plagen während all der Jahre, da sie vergebens versuchten, ihren und ihres Vaters Eid zu erfüllen, nachdem er dazu nicht mehr imstande war. Vielleicht aber gereichte ihm diese letzte Tat alsbald zu tiefster Beschämung, denn in seinem Herzen wird er die Bitterkeit, die seinem und seines Bruders Obsiegen innewohnte, in zunehmendem Maße verspürt haben; und die Befriedigung, dem Vater bis zuletzt treu geblieben zu sein, wurde schal und wandelte sich zu tödlichem Gift. Welche Last mögen ihm da wohl seine letzten Tage geworden sein, welche Pein mag er zum Schluss noch erlitten haben, ganz allein an fremden, unwirtlichen Gestaden, einsam und verlassen und zuletzt auch ohne Maitimo*? Dessen Licht war noch vor dem seinen erloschen, doch bete ich darum, dass meinem Ältesten da wenigstens noch Macalaurës Stimme zum Trost gereicht habe. Jetzt verstehe ich, dass Vater mich heute Morgen nur vorzubereiten suchte auf den letzten Schlag. Wenig tröstlich sind seine Arme, die er jetzt um mich schlingt, keine Träne netzt seine Brust, an die begütigend er mein Haupt bettet. Zu lange schon trage ich diese bitteren Ahnungen um das Schicksal meiner Kinder mit mir, zu oft schon hat sich der Schmerz um sie mit jedem entseelten Edelstein des Geschmeides wie ein Dolch in mein Herz gesenkt. Oh meine Söhne …!
aus "Dreiheit" Welchen Schrecken mag er wohl begegnet sein, dort drüben in den Hinnenlanden, während all der blutigen Schlachten und in den finsteren Abgründen von Morgoths Feste? Was mag sein letzter Gedanke gewesen sein, als ihn bei der Verteidigung von Eonwës Lager die tödliche Klinge traf, während Maitimo und Macalaurë sich mit den beiden letzten Silmarilli davonmachten*? Ich wage nicht einmal mir die Frage zu stellen, ob sie, die Anführer dieses tückischen Überfalls, vor ihrer Flucht noch Zeugen von ihres Großvaters Ableben waren und, falls dies zuträfe, ob sie, die sie so tief gesunken waren wie kein anderer Noldo, dann nicht zumindest eine Spur von Betroffenheit oder gar Reue empfanden.